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Evaluation der Einführung der HIV-Präexpositionsprophylaxe als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (EvE‑PrEP)
Im Rahmen des Evaluationsprojektes wurden folgende Daten ausgewertet: HIV- und Syphilis-Meldedaten und erweiterte Surveillance des Robert Koch-Instituts (RKI), Apothekenabrechnungsdaten, GKV-Daten, PrEP-Gebrauch in HIV-Schwerpunktzentren, Checkpoint‑, BRAHMS- und PrApp-Studie sowie ein Community-Beirat.
Die PrEP-Nutzenden waren zum größten Teil männlich (98–99 %), zum Großteil im Alter zwischen 25–45 Jahren und überwiegend deutscher Staatsangehörigkeit oder Herkunft (67–82 %). Der Großteil zählte zur Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (99 %). In Bezug auf HIV-Infektionen zeigte sich die PrEP als hocheffektiv. Es fanden nur vereinzelt HIV-Infektionen statt (HIV-Inzidenzrate 0,08/100 Personenjahre), in den meisten Fällen war der vermutete Grund eine geringe Adhärenz. Die Inzidenzen von Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis nahmen nicht zu, sondern blieben nahezu gleich oder gingen sogar zurück. Es zeigte sich Informationsbedarf zur PrEP für Personen in trans*/nichtbinären Communitys, Sexarbeitende, Migrant*innen und Drogengebrauchende. Notwendig wären bedarfsgerechte Angebote für Zielgruppen mit erhöhtem HIV-Risiko.
Die PrEP erwies sich als eine sehr wirkungsvolle HIV-Präventionsmethode. Die teils befürchteten indirekten negativen Einflüsse auf STI-Raten wurden in dieser Untersuchung nicht bestätigt. Aufgrund der zeitlichen Überschneidung mit den Eindämmungsmaßnahmen während der COVID-19-Pandemie wäre für eine abschließende Beurteilung ein längerer Beobachtungszeitraum wünschenswert.
Bundesgesundheitsblatt 2023;66:1008-1018
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