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FindHIV – Frühzeitige Identifikation mittels normierter Diagnosekriterien für die HIV-Infektion
Trotz einer deutlichen Verbesserung der Therapiechancen einer HIV-Infektion werden große Teile der betroffenen Patienten weiterhin deutlich später diagnostiziert, als dies möglich und für Therapieerfolg und Verhinderung von Transmissionen notwendig wäre. In der FindHIV-Studie wurden zwischen Januar 2019 und Mitte Mai 2020 bundesweit in 40 HIV-Schwerpunktpraxen und in Krankenhäusern bei Personen mit HIV-Erstdiagnose innerhalb der vorangegangenen 6 Monate Primärdaten erhoben.
In der Analysepopulation von 706 Betroffenen mit HIV-Erstdiagnose (91,5% männlich, 55% Late Presenter) wurde von dem jeweiligen Studienarzt bei 44,9% mindestens eine Chance zu einer früheren Diagnosestellung dokumentiert. Insbesondere dem Hausarzt als Primärversorger mit Kenntnis eines weiten Spektrums an Symptomen und Erkrankungen, die als Indikator einer HIV-Infektion dienen können, und mit einer niedrigen Schwelle zur Konsultation kommt hier eine mögliche Schlüsselstellung zu (hier liegt in 40,2% der Fälle die Stelle der ersten positiven HIV-Testung, aber auch 56,8% der verpassten Chancen).
Eine verspätete HIV-Diagnose ist durch Kenntnis möglicher Indikatoren und ein zielgerechtetes Testangebot oft potentiell vermeidbar. Hierdurch sind negative Effekte für die Gesundheit des Patienten, für mögliche Transmissionen aber auch für das Sozialversicherungssystem nachhaltig vermeidbar.
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